
Nikolai Alexandrowitsch Kosyrew (russisch Николай Александрович Козырев, engl. Transkription Nikolay Kozyrev;) (1908 in Sankt Petersburg; † 27. Februar 1983 in Leningrad) war ein sowjetischer Astronom.
Lebenslauf
“Bis 1928 studierte er an der Staatsuniversität in Leningrad. Ab 1931 arbeitete er am südlich von Leningrad gelegenen Pulkowo-Observatorium. Während der stalinistischen Säuberungen wurde er 1936 verhaftet und wegen konterrevolutionärer Aktivitäten zu 10 Jahren Haft verurteilt. 1941 verurteilte man ihn wegen angeblicher feindlicher Propaganda zu einer weiteren 10-jährigen Haftstrafe. Während seiner Inhaftierung war er in ingenieurähnlichen Berufen tätig. Durch Lobbyarbeit seiner Kollegen wurde er im 1946 vorzeitig aus der Gulag-Haft entlassen.
Den wichtigsten Schwerpunkt seiner Forschung bildete der Erdmond, auf dem sich Kosyrew auf mögliche Anzeichen vulkanischer Aktivität konzentrierte (Lunar Transient Phenomena). In den Jahren um 1955 untersuchte er als Erster die Lumineszenz der Mondoberfläche (Methode der Restintensität und bei Mondfinsternissen) und konnte beim Mondkrater Aristarch die außergewöhnliche Helligkeit durch die Wirkung solarer Korpuskularstrahlung erklären.
Nach Hinweisen von D. Alter (1956) beobachtete er u. a. auch regelmäßigen Mondkrater Alphonsus mittels spezieller Spektrogramme. Im November 1958 entdeckte er auf dem Kraterboden dieses zentral gelegenen Ringgebirges und beim Zentralberg vulkanische Leuchterscheinungen.
Dies war eine wissenschaftliche Sensation und gab der Hypothese, wonach viele Mondkrater durch Vulkanismus entstanden sein könnten, neuen Auftrieb. Spätere Untersuchungen zeigten aber, dass die häufigste Ursache Meteoriteneinschläge seit dem Großen Bombardement vor 4 Mrd. Jahren sind.
Nikolai Kosyrew zu Ehren hat die Internationale Astronomische Union (IAU) 1997 den südsüdöstlich des Kraters Carver gelegenen Mondkrater Carver K in Kosyrew umbenannt. Auch der Asteroid wurde nach ihm benannt.
Theorie: Die Geschichte der Zeit und die wahren Positionen der Sterne
Nikolai Alexandrowitsch Kosyrew entwickelte in den 1950er- bis 1970er-Jahren eine hoch kontroverse Theorie zur Natur der Zeit. Er sah Zeit nicht als abstrakte Dimension, sondern als aktive Energiequelle („Zeitenergie“ oder „Zeitfluss“), die aktiv auf Materie einwirkt und umgekehrt. Kosyrew postulierte, dass Zeit eine kausale Kraft besitzt: Sie kann Energie freisetzen oder absorbieren, was zu Abweichungen von der klassischen Physik führt.
Ein zentraler und besonders sensationeller Aspekt seiner Experimente betrifft die wahren Positionen der Sterne. Kosyrew behauptete, dass mit speziellen Detektoren (z. B. Gyroskopen, asymmetrischen Waagen oder seinen berühmten „Kosyrew-Spiegeln“) nicht nur die aktuell sichtbare Position eines Sterns (also das Licht, das vor Jahren oder Jahrhunderten ausgesendet wurde) gemessen werden kann, sondern auch die tatsächliche, momentane Position sowie sogar zukünftige Positionen. Das würde bedeuten: Zeit ist nicht linear und kausal streng gerichtet – Informationen oder Einflüsse können instantan oder rückwärts durch die Zeit fließen.
Thorsten Ludwig und Marco Bischof haben diese Ideen in mehreren Publikationen und Vorträgen aufgegriffen und popularisiert, insbesondere in einem Kapitel „Nikolai Kosyrew: His Theory of Time and the True Position of Stars“ (erschienen in einem Sammelband zur alternativen Energieforschung). Sie interpretieren Kosyrew’s Arbeiten als Brücke zwischen Astrophysik, Quantenphysik und Torsionfeld-Theorien und betonen die Experimente mit Spiegeln und Detektoren, die angeblich Zeitphänomene reproduzierbar machen sollen – etwa veränderte Reaktionsraten chemischer Prozesse oder biologische Effekte, wenn Objekte auf die „wahre“ Sternposition ausgerichtet werden.
Kritik und Status in der Wissenschaft
Die Mainstream-Physik und Astronomie lehnen Kosyrew’s Thesen weitgehend ab: Es fehlen unabhängige Reproduktionen unter kontrollierten Bedingungen, und viele Effekte lassen sich durch bekannte Störfaktoren (z. B. thermische oder elektromagnetische Einflüsse) erklären. Dennoch fasziniert die Theorie in freiwissenschaftlichen Kreisen weiter, da sie nahtlos zu Konzepten wie retrokausalen Quanteneffekten, Nullpunktenergie oder Bewusstseins-beeinflusster Realität passt.
Kurz gesagt: Kosyrew’s Idee dreht die klassische Vorstellung um – Sterne sind nicht nur ferne Vergangenheit, sondern könnten über eine aktive „Zeitenergie“ direkt mit unserem Hier und Jetzt verbunden sein. Ob das Physik-Revolution oder genialer Irrtum ist, bleibt offen – aber es regt zum Nachdenken an.
"Kommunikation ist die Illusion, daß sie stattgefunden hat."

